Zeit ist Geld ist Glück

Eine Person am putzen

Zeit ist Geld ist Glück

Die Wohnung putzen. Wäsche waschen. Kochen. Kinder und/oder Haustiere betreuen. Gartenarbeiten verrichten. Diesen Aufgaben widmen wir jede Menge Zeit – und sie sind teilweise alles andere als ein Vergnügen. Insbesondere, wenn uns die tägliche Erwerbsarbeit bereits viel abfordert, sind Dinge, die man tun muss, aber vielleicht gerade nicht unbedingt tun will, eine zusätzliche Belastung. 

Einige können es sich leisten, diese Dinge in Form von bezahlter Arbeit an andere zu delegieren. Diesen Leute hat sich eine Studie von 2017 gewidmet. Die Forscher*innen befragten tausende von relativ wohlhabenden Menschen, die genau dies tun und sich damit etwas freie Zeit kaufen. Sie führten zudem ein Experiment durch, bei dem eine Anzahl normalsterblicher und nicht besonders wohlhabender Menschen zwei Mal pro Woche 40 Dollar erhielt. In der ersten Woche sollten sie damit Dinge kaufen, in der zweiten eben Zeit. Das Resultat: Kauften sich die Proband*innen Zeit statt Dinge, fühlten sie sich entspannter und ja, glücklicher. 

Der Clou an der Sache: Es gilt, die gekaufte Zeit für etwas zu nutzen, das man gerne macht – statt sie mit anderen Aufgaben zu füllen, die einem wiederum eben nicht besonders gefallen. Natürlich: Das muss man sich erst noch leisten können. Zudem sagt die Studie wenig darüber aus, wie viel Arbeit im, am und ums Haus eben unbezahlt verrichtet wird und wie sehr das Geschlecht hierbei eine Rolle spielt. Das Stichwort ist die so genannte Care Work: Also Arbeit, die mit Pflege und Betreuung zu tun hat – von alten Menschen und Kindern beispielsweise. 

In unserer Gesellschaft wird ein Grossteil dieser Arbeit im privaten Rahmen – in der Familie – geleistet. Wie das eidgenössische Büro für die Gleichstellung bereits 2010 in einem Papier feststellte, ist der Löwenanteil dieser Anstrengungen den Frauen vorbehalten. Auch 2018 lag der Anteil noch bei 62 Prozent. Das Problem daran ist, dass das Leisten dieser unbezahlten Arbeit teilweise mit beträchtlichen beruflichen Nachteilen verbunden ist – und sich viele Erwerbstätigkeiten auch heute noch schlecht damit verbinden lassen. Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Betreuungsarbeit ist deswegen weiterhin schwierig. 

Würde man die geleisteten Stunden unbezahlter Care-Arbeit in der Schweiz hochrechnen käme man allein für die direkt geleisteten Stunden – das heisst also für Tätigkeiten wie Kinder- und Alten-Betreuung – auf jährlich 80 Milliarden Franken. Rechnet man auch noch die Hausarbeit dazu, sind es dann schon 100 Milliarden – was ungefähr den Arbeitskosten des gesamten schweizerischen Industrie- und Gewerbesektors entspricht. 

Viele der Menschen, die diese enorme Arbeit leisten, können es sich nicht leisten, diese zu delegieren. Um ihnen den Weg zum Glück trotzdem nicht zu versperren, sind gesamtgesellschaftliche und politische Lösungen gefragt, welche die Bedingungen der zu leistenden Care-Arbeit verbessern. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat noch einmal deutlich gemacht, wie zentral diese Tätigkeiten sind. Interessensverbände wie das feministische Netzwerk Wide fordern deshalb unmissverständlich eine landesweite Strategie und weitreichende finanzielle Unterstützung für die Sorge- und Versorgungswirtschaft. Ihr Credo: «Bezahlen, was zählt». 

Foto eines Pancaketurms

Buttermilch-Pancakes

Wer hat noch nie davon geträumt, einen Pancaketurm, wie sie im amerikanischen TV zelebriert werden, zu vertilgen? Dazu eine Ladung Ahornsirup, Früchte und frischgebrühten Kaffee? Lecker!