Zürich: Plötzlich günstiger?

Der Strand in Tel Aviv

Zürich: Plötzlich günstiger?

Das erste Pandemie-Jahr verschaffte Zürich eine zweifelhafte Ehre: Die Stadt an der Limmat wurde vom britischen Magazin «Economist» 2020 zur teuersten Stadt der Welt erkoren. Zwar teilte sich die Schweizer Metropole den Spitzenplatz mit Hongkong und Paris, trotzdem wurde klar: nirgend muss mensch mehr für sein Leben hinblättern, als in Züri. Neben dem starken Franken waren es vor allem die Corona-bedingt teureren Preise von Konsumgütern und sinkende Einkommen, die für diese Platzierung sorgten.

Ein Jahr später sieht die Sache anders aus: Zürich fällt auf Platz vier zurück und ist damit wieder gleich platziert wie vor Corona. Auch Paris und Hongkong wurden von Rang eins verdrängt. Die teuerste Stadt der Welt ist laut des Indexes 2021 überraschenderweise die israelische Küstenmetropole Tel Aviv.

Diese Platzierung geht insbesondere auf die hohen Preise für Lebensmittel und Alkohol, sowie die starke israelische Währung zurück. Ähnlich wie der Franken, ist der Schekel derzeit hoch dotiert: Mitte November erreichte die Nationalwährung der Israelis den höchsten Wert seit 25 Jahren. Ähnlich wie beim starken Franken führt dies auch in Israel zu Sorgen rund um die Exportwirtschaft  – obwohl Konsument*innen bei Importgütern profitieren.

Das Ranking zu den teuersten Städten der Welt wird von der britischen Zeitschrift «The Economist» respektive der «Intelligence Unit» aufgestellt. Es basiert auf einem Punktesystem, das sich an den Lebenserhaltungskosten in der US-Grossstadt New York orientiert. Weil der Big Apple lange als teuerstes Pflaster der Welt galt, erhält sie auf dem Index den Basiswert 100. Im Ranking orientieren sich dann die anderen 173 Städte an diesem Grundwert in Bezug auf die Preise von mehr als 200 Produkten sowie die durchschnittlichen Kosten für Wohnen, Transport und Gesundheit.

Mit Tel Aviv ist nun allein eine aussereuropäische Stadt auf dem Spitzenplatz. Und auch im gleichzeitig erscheinenden «Economist»-Ranking der lebenswertesten Städte gab es einen Wechsel auf dem Spitzenplatz: Platz 1 darf nicht mehr die österreichische Hauptstadt Wien für sich beanspruchen nehmen, sondern das neuseeländische Auckland.

Auch hier sind die Gründe in der Pandemie und deren Bekämpfung zu finden: Die grösste neuseeländische Stadt konnte Schulen, Kultur- und Sportstätten sowie Gastronomien offen zugänglich halten. Wie wir alle am eigenen Leib erfahren haben, war das in Europa nicht der Fall. Trotzdem: Die Schweizer Städte Genf und Zürich finden sich weiterhin unter den Top 10 der lebenswertesten Städte – und rechtfertigen so wohl auch ihre Kosten.

Nahaufnahme eines Fünffrankenstücks

Die Schweiz ist ein Tiefsteuerland

Vergleicht man die durchschnittlichen Steuer- und Sozialabgaben innerhalb der OECD, wird deutlich, dass Jammern für Schweizer Steuerzahler fehl am Platz ist. Allen Grund dazu haben hingegen die Belgier.